Welcome to my world!

During the pandemic, I missed having guests at my house. Therefore, I decided to create my virtual home. You will find some of my poems here, excerpts from longer stories or plays and also a kid’s corner, which is the area for play. During any day, I will be switching between languages, German, English, and Hungarian mainly. You will find the posts here published in the language I wrote them in.

The Perfect Presentation

©Brett Jourdan on Unsplash
These days I met with a highly motivated young facilitator who had put all his effort into giving a perfect presentation. He was quite a bit disappointed, when I said that we should not concentrate on the slides anymore, but look at crafting the message better. I assume he was also a bit confused as to what I ment. This made me remember my own confusion, when I did my best to give the perfect stage production only to hear from my teachers that it had been boring.

If you, too, are wondering, why an imperfect presentation is better to engage the audience than the perfect one, here is a little (imperfect) explanation:

Gestalt psychology has found that the human mind gets active, if a figure is not complete. If you look at the picture to the left, you see one letter missing, but you can read the word nevertheless. The mind fills the gap. And the mind likes filling the gap. If there is a perfect presentation, there is no gap. The audience may relax and simply watch. You have done the thinking for them, the "gestalt" is complete. 

In facilitation, you want the audience to think with you. If something is not perfect and you accept them filling in for the gap, you have a great buy-in that they will follow you to the end. While this sounds easy, it is sometimes so hard, because we don't want to look incompetent. I would argue that the more skilled a facilitator is, the more they are able to identify the right gaps for a given audience.

Want to try it? I recommend experimenting in a space where seeming incompetent is not as threatening. Can you think of a simple joke that made you laugh? If so, try to tell this joke to other people. Observe, in which cases you can get people to laugh. Are you using questions? How can a simple break before giving away the point help you? 

hey you

wir hätten uns längst schon
treffen sollen
zwischen feuer und rausch
du warst da
ich auch

doch irgendwie
sahen wir uns
nie

nur jetzt
da die jahre abgenommen
der mond kaum 
den himmel erklommen

da wir die gürtel
enger schnallen
finden wir uns
und aneinander
gefallen
Foto von Eugeniya Belova auf Unsplash

Was hat mir 2022 gebracht?

In einem Podcast habe ich neulich die Frage gehört, was im vergangenen Jahr den Interviewten dazu gebracht hat, eine Perspektive zu überdenken. Mir hat die Frage auch zu denken gegeben. 2022 hat mir viele neue Einsichten beschert, manchmal ganz nebenbei, manchmal, weil ich auf der Suche nach einer Antwort war.

Ich glaube, dass ich in einer Rezension über Ralf Rothmanns Buch „Die Nacht unterm Schnee“ die Feststellung las, das Autoren am Besten Geschichten erzählen können, die ihre eigenen sind. Mich hat diese Feststellung erleichtert. Denn mir wurde schon die Frage gestellt, ob es therapeutisches Schreiben ist, was ich betreibe. Und manchmal gibt es ja auch den unausgesprochenen Vorwurf des Seelenstriptease an Autoren.

Per Zufall fand ich auf Facebook (ja, da gibt es auch manchmal Einsichten, trotz allem Quark) einen Post einer Lehrerin für kreatives Schreiben, die ermutigend in etwa Folgendes sagte: Schreiben Sie. Ob es andere lesen werden, ist zweitranging. Aber die Dinge, die Sie durch das Schreiben entdecken, werden die Mühe wert sein.

2022 habe ich überhaupt erst wieder angefangen zu schreiben, nach Jahren der Pause. Es sind Gedichte entstanden, die Rohfassung eines Theaterstücks (die Arbeit geht weiter) und dieser Blog. Ich bin gespannt, was als Nächstes kommt.

Die alte Frau Rose und der Winter

Die alte Frau Rose seufzt und richtet sich auf. Sie hat die Blätter des Birnbaums zusammengerecht. Der Rücken tut ihr weh. Und die Knie. Sie blickt zum Himmel. Der Wind ist aufgefrischt. Es ist kalt geworden. Weiße Wolken wehen vor dunkleren Wolkenwänden daher. Es ist Zeit hinein zu gehen. Die Nachbarn haben ihr angeboten, dass sie noch ein paar Walnüsse sammeln kann, ehe der Winter kommt und die Nüsse für die Eichhörnchen liegen bleiben müssen. Aber das kann die alte Frau Rose nun wirklich nicht. Sie räumt den Rechen in den Schuppen. Dann geht sie ins Haus. Bei jedem zwiten Schritt spürt sie einen kleinen Stich im Knie. Sie zieht die Haustür zu. Erst da merkt sie, dass sie ein wenig außer Atem ist. Ihre Haare sind zerzaust. Sie zieht ihre Jacke aus, schlüpft in ihre Pantoffeln und geht ins Wohnzimmer. Dort setzt sie sich an den Kachelofen. Die Wärme tut ihren kalten Knochen gut. Die Füße legt sie auf einen Schemel. Und weil auch das so gut tut, nickt sie ein. 
Als sie die Augen öffnet, ist es schon dunkel geworden. Aber die Fenster leuchten richtig im Dunkeln. Sie steht auf, und geht an eins der Fenster und sieht, dass es angefangen hat zu schneien.
Die alte Frau Rose ist eine Figur in dem Kinderbuch von Quint Buchholz. Das Buch schafft es, einen Kindertag ganz ruhig und genau zu beschreiben.

Die alte Frau Rose ist eine Nebenfigur in dem Buch von Quint Buchholz. Bei uns hat sie schon viele Abenteuer erlebt, weil sie es mit ihrer ruhigen, gelassenen Art immer schafft, die Ängste, die zwischen Licht aus und Schlafen hoch kommen, zu besänftigen.

Wenn die Kinder sich eine alte-Frau-Rose-Geschichte wünschen, dürfen sie sagen, um was die Geschichte gehen soll. So entstehen die Titel. Mehr habe ich nicht, wenn ich anfange, die Geschichte zu erzählen. Die Geschichten sind kurz und einfach. Und weil ich am Ende oft selbst einschlafe, schreibe ich auch nur einen Bruchteil dieser Geschichten auf. Aber das Ziel, dass Ruhe und Frieden im Kinderzimmer einkehrt, erreichen wir jedes Mal.

Lost in Logic

These days, I had the great opportunity to facilitate virtual improvisation workshops for colleagues. If you have looked at my bio, you may not be surprised to read that I love using impro for theatre and training alike. In training, it enables openly exchanging experiences and learning from one another beyond the cognitive space.

During the training, I invited colleagues to ask and answer silly questions. The questions are silly enough for this exercise, if there is no logical answer. My favorite question out of the series of workshops raised by a colleague was  "why do ducks hold umbrellas?".  Silly questions should make it very simple for colleagues to answer them, because the question of right and wrong should not come to anyone's mind. In other words, it should be easy to go with the first thing that comes to your mind.

However, one colleague admitted that he was having issues to let go of logic and simply follow the first idea. In impro such a behavior is called censoring yourself. Everyone of us does it to some degree and it can be quite frustrating, when you are experimenting with impro. 

So what if you are lost in logic? After recognizing and acknowledging that you have a hard time with letting go without accusing yourself, try start tricking yourself out of that well-defined space as often as you can. 

I recommend deliberatly opening your focus whenever possible. This is a question of practice, so if things don't work out right away, don't get hung up on yourself. You can try seeing things, which are on the edges of your gaze without moving the eyes. Go for physical movement, if you are trying to solve a logical task, and go for logical challenges, while you are exercising. 

You may find over time that you can solve tasks with more easy, react quicker and more spontaneously.Most important of all: Make it fun. If you can laugh at your failures - fantastic! 

I find no rule in impro as liberating and as challenging as this one: Fail. Fail again. Fail better. And be ready for the next round of this.
©Mark König on Unsplash

Weitermachen

Nicolas	Helene, der Laden ist dicht! 
                Endlich werde ich abends bei 
                dir sein, mein Engel!
Helene	Das ist eine Überraschung.
Nicolas	Urlaub zu Hause. Endlich werde ich 
                genug Zeit für alles haben.
Helene	Bin ich alles?
Nicolas	Du bist großartig.
Helene	Du auch.
Nicolas	Jetzt muss ich mal was 
                grundlegend anders machen. Das 
                machen, was ich immer schon 
                machen wollte. Die Bar ist zu, friss 
                oder stirb, aber ich werde jetzt...
Helene	Schwimmen?
Nicolas	Mach dich nicht lustig. 
Helene	Entschuldige.
Nicolas	Ich werde mich jetzt endlich der 
                Kunst widmen.
Helene      Ausgerechnet jetzt?
Nicolas	Pst. Hörst du?
Helene	Was soll ich hören?
Nicolas	Nichts, eben, nichts hören.
Stille.
Helene	Ich höre nichts.
Nicolas	Perfekt!
Stille	Und?
Nicolas	Das ist total dicht. Es ist nicht 
                nichts, was du hörst. Ich höre 
                alle Möglichkeiten, die aus dem 
                Nichts werden können. So muss es     
                für Haydn gewesen sein, was Haydn 
                gehört hat, als er die Schöpfung 
                schrieb.
Helene	Haydn?
Nicolas     Hab ich mal gelesen.
Helene      Ach so.
Nicolas	Ein großes Einatmen.
Stille.
Nicolas	Das ist doch Wahnsinn. Ich spüre 
                alles, was da in dem Nichts 
                angelegt ist.
Helene	Wahnsinn.
Nicolas	Nein, nein. Ich spüre die Dichte. 
                Schau mal geradeaus. Was siehst 
                du?
Helene	Eine Wand.
Nicolas	Und vor der Wand?
Helene	Nichts.
Nicolas	Und das ist eben trügerisch. Weil 
                die Luft, die zwischen dir und der 
                Wand ist, ist ja auch. Aber du siehst 
                sie nicht.
Helene	Sie ist ja auch durchsichtig.
Nicolas	Sagst du. Ich sage: Unsere Augen 
                sind nicht gut genug. 
Helene lacht.
Nicolas	Du nennst das die Luft nichts, weil 
                du sie nicht siehst. Dabei lebst du 
                genau davon, dass du sie einatmen 
                kannst.
Helene	Und aus.
Nicolas	Ja, ja, klar. 
©Radu Florin on Unsplash
Eine begonnenes Stück zu überarbeiten finde ich schwieriger als mit einer leeren Seite anzufangen. Wenn ich ein Stück mit einem Gebäude vergleiche, dann ist jeder Satz ein Baustein. Aber jeder Baustein hat eine andere Form. Deswegen kann man die Sätze nicht beliebig tauschen und an der gleichen Stelle rauskommen.
Bei Nicolas und Helene habe ich einen neuen Anfang (ein neues Fundament) gewählt. Ich will zeigen, was die beiden aneinander haben, ehe der Zerfall einsetzt. 
Die Herausforderung ist nun, den hoffnungsfrohen Anfang mit der Endzeitstimmung der Rohfassung zusammen zu bekommen.

To Emmanuel

Dear Emmanuel,

it was a pleasure to meet you. I know you may be looking at my blog. Here is a reading recommendation to you: Rilke's Letters to a Young Poet. 
It is an insightful book and very soothing the way Rilke writes about all these puzzling pieces of life. 

Keep on writing.
Kind regards,
Alice

Is it OK to analyze relationships?

©Everton Vila on Unsplash
Thursday night I had a  conversation that made me reflect deeply on the way we experience relationships. 

The lady I was talking to was concerned to rationally analyze the emotional bondages involved in a relationship. She had just been shown a model that served as an eye-opener to her, but also made her feel guilty.

On Friday I happened to read in Martin Buber's book "Me and You" about the two foundational experiences. He argued that the situation in which I am in the "Me and You" state is a state without reflection, only presence. However, this state inevitably needs to transform into other situations, where I experience the other, I reflect upon them etc. The lady I talked to may have been concerned about transitioning between the feeling whole in the first situation and cognitively reflecting, i.e. leaving this wholeness.

Taking a step back to analyse relationships may feel very strange, even like committing sin, because as a kid, relationships form the foundation on which we grow. Even if a child grows up in a dysfunctional family, it will not question the parents. Analysing relationships is therefore something that does not come naturally to us. 

However, analysing may be another way to help us grow. I think that good relationships will change naturally over time. Others may be good in a specific situation but may start limiting us. Having some tools to see ourselves from different perspectives can empower us to take on roles that we want to and disengage from roles that limit us. Mind you, I don't mean to say that the other party is willingly holding us back. Sometimes it is unhealthy patterns that emerge in relationships, sometimes the perspective of the other holds us down, but I guess, most frequently it is ourselves that hinder us from achiving our own potential or the potential of the relationship. 

What do I mean? If I hold the belief that grandma should not be alone over the holidays, I may be serving my image of  myself as the loving grandchild. If I don't take my assumption for granted, but instead, ask grandma what she wants to do over the holidays and then voice what I would like to do, I may arrive at a new level of interaction. There may be some conflict in there, too, but there is a chance that grandma and myself have a very different conversation. 

I am saying this to advocate for self-care and for empowerment. If I cannot take care of my needs, how should I be able to truly take care of the needs of someone else's? I also don't think that analysing relationships inevitably means that you are cold-blooded and calculating. Of course, you can distort the analysis into that direction. But if you also put the interest and well-being of your counterpart as well as affected others into your considerations, and do not rush to conclusions, you may arrive healthily and steadily at making new, positive discoveries in your connections.

Tipping points 2 – escapes and saving strategies

®Jakub Kriz on Unsplash
After writing about the tipping point, where a personal principle for success turns into a self-limitation, I could not help reflecting on the things we do, to avoid realizing that we are at a tipping point.

The first strategy is to allow exeptions from the rule. To take a simple example, the principle "I don't eat sweets". This may be a very helpful principle for eating healthy or keeping weight. But let`s imagine a hike on which your healthy snack stayed safely at home. The only thing your hiking partner has to offer is a bar of chocolate. Trivial? Maybe. But the point is not the single exeption. The point is that over time you may get so many exeptions to the rule that the principle gets to be only an abstract ideal, whereas your everyday behavior is directed by the exeptions. Storytellers love this discrepency, normal people hate it.

The second strategy is to escape from having to examining a principle. Let`s take "the customer is always right". But what if your customer tells you that your company will not make it to market with the new technology you are developing? The simplest escape is to drive to the conversation to safer grounds (escape). But what if your customer insists?  You may start having second thoughts, you may be wondering, how much the customer really knows about the new technology. All the while you may have discussed the weather, melting glaciers, cats on trees and god knows what, because you are trying to save your customer and yourself from the fact that - "customers can be awfully wrong". 

If you don't have sweaty palms after reading through this, congratulations. Either you are pretty tolerant for cognitive dissonance (this is what psychologists call it, when there is a gap between your ideal and the real situation). Or you are experienced enough to navigate between several prinicples.

If you feel a little uncomfortable, great. No, seriously. In storytellers' words you are feeling tension. And a story without tension is - no story. 

What I wanted to illustrate here is that principles (self-beliefs), tipping points and strategies to avoid realizing tipping points are the true material for storytellers. So, if you are going through a difficult situation, reassure yourself that you will be having a story to tell afterwards. And don't give up, just because giving up is the easiest way!